Vergleich und Test:
Leichtwind-, Anfänger-Surfboards zum Windsurfen

 

Surfboards für wellenfreie Tage, Windsurfspaß nebenbei oder mehr

Marc Hackelbörger, ein externer Blog


 

 

Einführung

Folgend sollen großvolumige Windsurf-Bretter mehrerer Anbieter miteinander neutral verglichen werden. In bisherigen Testberichten meldeten sich gute Fahrer mit dem Schwerpunkt Fliegen, schnell fahren mit Lösen des Bretts vom Wasser, zu Wort, obwohl es daneben mannigfaltige Gesichtspunkte gibt wie beispielsweise Kippstabilität für Anfänger oder Wenigfahrer, Wellenrutschqualitäten und lockeres Gleiten bei wenig Wind, Themen, die sie auf der Suche nach dem Fliegen mit Flugzeugtragfläche in der Hand zwangsläufig nicht mehr interessieren und die aus diesem Grunde hier angesprochen werden.



Zum Verständnis folgen wenige einleitende Worte zur Terminologie: Englischsprachige Sportler sprechen vom glide und gliding, wenn ein zumeist langes Brett bei einer Windgeschwindigkeit unter 15 Knoten bei einer Windstärke von 2 - 3,8 angleitet, also sanft über das Wasser rutscht, glide - gleiten. Ab einem bestimmten Druck im Segel wird das Brett mitsamt Surfer zu einer Art Geschoss, das Brett löst sich vom Wasser. Dieses rasche Fahren bezeichnen die Genannten als planing, den Zustand zuvor auch als subplaning. Wir merken uns:

glide - subplaning - planing.

Die frühen Surfer hierzulande bezeichenten den Vorgang des planing als gleiten, obwohl wir nicht mehr gleiten, sondern genau betrachtet fliegen oder abheben.So mangelt es an einem deutschen Begriff für das gliding.

..?.. - angleiten - gleiten.

Der Begriff Gleiten für das planing wurde bis heute weitergereicht. Bei dem Begriff Schraubenzieher stört ein kleiner Fehler nicht, da sich kein echter Schraubenzieher in dem Hobbykoffer findet, beim Gleiten wird leider die Durchführung falsch dargestellt. Um diesen Fehler hier nicht kritiklos und falsch zu übernehmen, werden folgende Begriffe richtig verwendet:

glide - subplaning - planing.
gleiten - langsam vom Wasser lösen - abheben.





Es mag spannend sein, als Könner eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, verlangt jedoch einen erfahrenen Fahrer und eine passende Segelgröße auf einem geeigneten Brett zur annähernd konstanten Knotenzahl. Dies kann zu einem Stress führen, den wir entweder als spannenden Draußen-Sport oder als Nerverei mit auch unendlich langen Wartepausen erleben. Ein bißchen auf dem schwabbelnden Meer oder See herumsegeln (Fotos unten: Ostsee u. Okertal Harz) und eventuell kniehohe Wellen an der Sandbankkante abholen kann dagegen einen ebenso netten Fahrspaß darstellen, sofern wir die ersten Lernschritte auf den modernen Brettern hinter uns haben.




Das ganze Thema wird noch größer, wenn wir bei schwachem bis mittelstarken Wind mitten auf dem Meer auf Windsurf-Oldies treffen, die sich mit ewig langen Brettern aus dem Paläolithikum das Wasser teilen. So gliedern sich die Windsurfer in drei Gruppen: Die Heizer bei Starkwind, die Heizer und gleichzeitig Großsegelaufbauer bei wenig Wind und schließlich die lockeren Segler auf sicheren Brettern bei nahezu jedem Wind.
Alle drei Typen zeigen eine Gemeinsamkeit, sie vergnügen sich auf dem Wasser. Im Volke herrscht dagegen die Meinung vor, nur dem ersten Typ, dem Flieger, sei Spaß zuzuschreiben, obwohl dieser den lockeren Seglern zumeist vom Strand aus zuschaut und bei Wind eher knöchelhohes Wasser aufsucht, um das sichere Ufer sicher zu erreichen. Anders gesagt:"Tja, das Fahren bei wenig Wind ist leider völlig in Vergessenheit geraten", so der Geschäftsführer eines großen Surfshops vor der Lübecker Bucht.
Für die zweite und dritte Gruppe, die Fahrer bei schwachem bis mittelstarken Wind, und natürlich für die Anfänger konstruierten unterschiedliche Anbieter große Surfbretter, die hier besprochen und von denen die meisten aktuellen hier aufgeführt werden.








Vergleich





Zur Grafik: Es wurden folgende Bretter gewählt: Test Naish Kailua als geradliniges Leichtwindbrett, Test F2 Discovery als Lernbrett, Test Fanatic Viper als kleiner Heizer, Test Hifly Mambo als stabiles Lerneierboard und Test Mistral Malibu, Mistral Equipe, Mistral Competition, Mistral Tarifa Mistral Evolution Mistral Maui als Oldies, Test Bic Beach als längstes Lernei, Test Exocet Nano und Test Bic Core als Alleskönner, Test RRD Easyrider und Test JP-Funster als kurze Lerneier, Test Starboard Rio als schnellster Heizer, Test Starboard Start und Test Bic Nova als echte Anfängereier, zudem zum Vergleich ein Bic-Windsurf-SUP und ein JP-Windsurf-SUP.
Bei den folgenden Aussagen wurde von einem Körpergewicht von 80 kg ausgegangen, natürlich ohne Kleidung, was nicht bedeutet, dass wir ohne Kleidung surfen sollen. Leichtere empfinden dasselbe stabile Brett als Badeinsel oder gar Kontinent. Sie dürfen von der Litermenge der angegebenen Surfboards die Gewichtsdifferenz abziehen: Wer hüllenlos fünfzig Kilogramm wiegt, sollte anstelle eines beispielsweise 200-Liter-Bretts (80kg - 50kg = 30 Diff.) ein ca. (200-30=) 170-Liter-Brett nutzen, je nach Wunsch, um dieselbe Erfahrung machen zu können mit der kleinen Einschränkung, dass einige Firmen abweichende Brettformen für mittelgroße Bretter um 150 Liter wählten. Die Formung sollten wir als Interessierte zuvor prüfen. * Zudem muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass rasante Fahrten mit diesen Brettern im Netz als Videos vorliegen. Bitte beachtet dazu die Bedingungen wie Fuerteventura, fünfundvierzig Kilogramm schwere professionelle Fahrerin, konstanter Wind in einer wellenfreien Bucht der Windstärke 6, großes und leichtes Segel, übergroße Finne. Wer von uns kann diese Verkaufstricks gleichzeitig bieten?


Links in der Darstellung sammeln sich die exorbitant großen Monster und Lernschiffe, die wir ohne fremde Hilfe kaum tragen können, sie werfen uns dafür nicht ab. Das Volumen von über 220 Liter, das sich grob gesehen auf die gesamte Länge verteilt, fällt in der Grafik auf wie das gute Verhältnis Länge zur Breite (gelb) für das Gleiten oder "Cruisen", wie Exocet mit dieser Brettbezeichnung aufmerksam macht. Wer auf diesen modernen Riesenboards auch mit hohem Körpergewicht die ersten Windsurftage erlebt, erfreut sich sofort an diesem Sport, ohne sich zu fragen, in welche Richtung man in das Wasser fallen soll.
Früher waren vergleichbare Bretter bei gleichem Volumen wesentlich schmaler, dadurch fühlbar kippeliger, die ersten Erlebnisse frustrierender, aber die fortgeschrittenen Fahrten von hoher Qualität.




Hervorzuheben ist als Beispiel für die echt großen Bretter das Naish Kailua 250 XR, ein langes, gerades Brett mit spaßigem Wellenrutschfaktor. Es gleitet schon bei 10 Knoten infolge der hohen Lage (Foto oben) und der langgestreckten Nase auf dem Wasser nett bei geringer Geschwindigkeit an. Wir überholen damit sogar während der ungeliebten Windlöcher die Heizer auf ihren kleinen Brettern, die dann eine Art Bremsfahrt durchleben und auf ihren Turbo warten. Wir dürfen bei unserer Weiterfahrt nicht lärmempfindlich sein, wenn die Kites reihenweise herunterstürzen. Das Schmunzeln beim Überholen ist natürlich erlaubt, ebenso beim Segeln in Regionen mit sehr geringer Wassertiefe (hohe Lage) und beim Fahren weit außerhalb der Sandbänke, die nahezu alle Kiter aus Angst vor der hohen See nicht verlassen. Die Monster-Bauart verbietet jedoch das Abheben vom Wasser bei starkem Wind, sie werden zu Monster-Wasserverdrängern im Heckbereich. Dies soll uns jedoch nicht stören, solange wir zwischen 8-16 Knoten Wind Blümchen auf dem Meeresboden zählen, chillen, Windsurfen lernen und wellenrutschen. Bei richtig starkem Wind bieten die Monster und Schiffe leider eine so große Angriffsfläche, dass es zu kippen droht.
Großstädter sind leider gezwungen, solche Bretter in Millimeterarbeit durch das Treppenhaus zu bugsieren, falls es überhaupt möglich ist. Zu zweit getragen ist es kein Kinderspiel, aber ein Jugendlichenspiel. Das Exocet Cruiser darf lockerleicht auf der fest installierten Rolle beim Einkaufen durch die Fußgängerzone mitgeführt werden.
Nicht aufgeführt sind die ebenso langen, empfindlicheren, jedoch leichteren Raceboards oder Regatta-Boards mit einem ebenso hohen Volumen bis 280 Liter. Nahezu jeder bekannte Produzent bietet ein langes Regatta-Brett an, das Anfänger, Spaßfahrer und Wenigfahrer wegen des hohen Preises nicht weiter beachten, sie nutzen eher die älteren Bretter, deren Maße den Daten der Regatta-Boards ähneln, siehe unten.

Die leichten SUP-Windsurfer fallen in dem linken Drittel durch ihr geringes Volumen von ca. 180 l und dem hohen Länge-Breite-Verhältnis (gelb) unter den Riesen auf. Sie stehen wegen der Länge von ca. 320 cm weit links in der Grafik (links=lang, rechts=kurz) und werden lediglich als Vergleich aufgeführt: schlank, lang, Volumen auf das gesamte Brett gleichmäßg verteilt und leider oftmals aus Glasfiber, das von einem fallenden Mast zu gerne zertrümmert wird. Aus diesem Grunde sollten wir einen speziellen Schoner vor den Mastfuß in die Schiene setzen, den wir bei den Softdecks ebenso gebrauchen (Exocet Nano), oder excellent fahren.
Die Entwicklung führte nun zu einer neuen Sparte, die aufblasbaren SUP-Windsurfer, die natürlich einen riesen Vorteil zeigen: Sie werden zusammengerollt ins Automobile geworfen. Dass ein Gummi-SUP-Windsurfer andere Eigenschaften als ein Fiberglas-SUP aufweist, muss nicht näher erläutert werden, aber für einen sommerlichen Familienspaß kann es zum Kaufgrund werden.
Unter dem Strich bleiben beide Gruppen SUPs, harte oder aufblasbare Bretter zum Stehen oder Sitzen und Paddeln, die natürlich etwas mehr vermögen und zudem lediglich in die Bereiche Windsurfen und Wellenreiten hineinreichen, indem sie sich wie ein Windsurfer oder acht Fuß lange Wellenreiter verhalten.
Für Wellenreiten-Anfänger muss noch der Hinweis aufgeführt werden, dass die größeren SUPs kleine Wellen gut vertragen, ab einer bestimmten Wellenhöhe leider obenauf schwimmen, anstelle in der Welle zu reiten. Vielleicht ist das Bull-Riding von Veranstaltungen bekannt... . Könner drücken hinten ihr Körpergewicht in die Wellen und bleiben trocken.

Die nächste Gruppe der Alleskönner wird interessant: transportfähige Maße für Dachgepäckträger, cooles Gleiten bei geringen Windstärken mit trockenen Füßen, Lernen des Wassersports auf einem relativ stabilen Brett, schwungvoll eine Welle nehmen und bei mittleren Windstärken oder großem Segel gedämpftes, begrenztes Abheben bis fast echtes Fliegen.
Diese Alleskönner stechen durch ein bestimmtes Länge-Volumen- und Länge-Breite-Verhältnis in der Grafik hervor (lila Balken, gelber Balken), obwohl sie sehr unterschiedlich erscheinen. Das modern geschnittene Bic Core zeigt wie auch das Bic Techno 293 oder Mistral Vision 191 (Foto unten, nur 9 kg, B293 und M191 nicht in der Grafik)) eine spitze, flache Nase und ein Pintail hinten auf, wo auch sonst, so findet sich das Volumen in der hinteren Hälfte für das Abheben, obwohl ein Herumdümpeln bei wenig Wind auch für schwere Surfer möglich ist. Schwere Anfänger finden Alleskönner anfangs etwas wackelig, freuen sich jedoch über das rasante Fahren am dritten Tage, das wir in Suchmaschinen unter Fotos mit den Stichwörtern "Bic 293" betrachten dürfen, die Wettkämpfe der Weltjugend.




Bei den Formen fällt das Exocet Nano 205 auf, das einzige lange Brett mit einem geraden, durchweg flachen Malibu-Shape wie ein Longboard mit einem auf die gesamte Länge nahezu gleichmäßig verteilten Volumen und so einer ungewöhnlich breiten Nase, damit es schon bei wenig Wind gleitet und auf Miniwellen reitet (Foto unten, links). Es wird sogar als Stand-Up-Paddle vermietet. Aus neutraler Sicht ist es das wohl einzige reine Windsurfbrett, das sich sehr gut als SUP eignet, entgegen der Meinungen der Privat-Verkäufer, die ihr uraltes kippeliges Brett aus den 80ern gegenwärtig als "SUP" anbieten.
Wir bezahlen jedoch einen hohen Preis für dieses einzigartige Board: kein sonderlich kratzfester Lack am Unterwasserschiff und empfindliches Softdeck oben, also Schutzpömpel vor den Mast in der Schiene einführen, stets vorsichtig behandeln oder zur Not Kleber auftragen, was die Attraktivität eines Bretts mit diesem großen Fahrspaß nicht mindert. Das Fliegen mit großem Segel oder bei ordentlich Druck im Segel bleibt leider aus, es wurde für langsame Fahren konstruiert - man kann nicht alles haben. Es fällt auf, dass ausschließlich französische Hersteller diese Gruppe ausfüllen: Bic und Exocet. Nehmen wir Mistral Supervision 191 noch hinzu, zählen wir schon drei.

Das schwere Bic Beach fällt als erstes Brett in der Grafik von links gesehen unter die moderne Gruppe der "Eier": breit, kürzer, voluminös, dadurch mächtig und geformt wie ein Frühstücks-Ei im Gegensatz zu älteren Lern-Boards: lang, schmal und oft fünf Kilogramm schwerer. So reichen der gelbe und der lila Balken in der Grafik infolge der Brett-Breite nicht sonderlich in die Höhe, während der türkise Balken nach oben schnellt. Lernbretter der Urzeit zeigen eine Breite von ca. 65 cm, heutige von über 80 cm auf.
Das Bic Beach zeigt sich wie alle Lerneier außergewöhnlich kippstabil und erscheint damit perfekt zum Lernen auf dem Wasser. So sind Surfschulen - schön, dass sie noch nicht als school bezeichnet werden - die größten Interessenten des recht günstigen Bretts. Die Lerneier beinhalten generell einen Nachteil: Sie schieben infolge der Breite über 75 cm bei mittelschneller Fahrt eine Bremswelle unter sich her, wir fahren mit gezogener Bremse und zeigen nach den ersten Versuchen kein Interesse mehr an solch einem Ei. Das Bic Beach fällt als stabiles und gebremstes Brett durch die Bananenform in diese Gruppe.




Die nächste Gruppe wird gerne als Allrounder angeboten, fällt bei Windstärken unter 17 Knoten eher in die Gruppe Lernen und infolge der Länge bei mehr Wind sogar in die Gruppe sportliches Fahren bis Fliegen. Das wendige, moderne und damit fast eiförmige Starboard Rio beispielsweise (Foto oben: rechts) liebt starken Wind und hebt dann wie eine Rakete vollständig ab. Es ist wie das Techno 293 oder Mistral 191 zweifellos ein schnelles Anfängerbrett und damit ein kleiner Heizer. Bei weniger Wind beziehungsweise einem ungünstigen Wind-Segel-Verhältnis geht es wie die meisten Bretter in der Grafik rechts von der Allrounder-Gruppe im hinteren Teil etwas unter und bremst ungemein, was nicht für einen Allrounder spricht. Schließlich beinhalten sie ein großes Volumen wie die Lernschiffe links in der Grafik, ohne deren Länge aufzuweisen und können infolge der Breite nicht bei den schnellen und schmalen Raceboards und Oldies mithalten. Da könnten wir anstelle der Gruppe "Heizer" eine Gruppe der "Aufbaubretter" für werdende Fortgeschrittene mit Gleitanspruch einführen.

Nach rechts hin nimmt die Länge der Bretter in der Übersicht ab. Wir messen größtenteils eine größere Breite, höhere Mächtigkeit und bessere Wendigkeit, zu erkennen an den teils nicht mehr sichbaren gelben Balken bei hoher Literzahl und abnehmender Länge. Dies bedingt eine Abnahme an Lebendigkeit und freut Neulinge auf dem Wasser. Nach einigen Fahrtagen fängt die eingefügte Geschwindigkeitsgrenze an zu nerven. Neulinge sollten diese Bretter zum Lernen leihen, bevor sie sich nach etwas sportlicherem umsehen.
Als Pluspunkt muss die oftmals hochhaus-rauswurf-robuste Bauweise wie das schwere und unverwüstliche Hifly Mambo betont werden, das eine aktive Großfamilie nicht in die Ecke "Brett mit Gebrauchsspuren" fahren kann.
Unter der Voraussetzung eines hohen gelben Balkens über 1,9 in der Grafik oder in kleineren Abmessungen (140-170l) neigen einige der Modelle doch noch zum Abheben, werfen Wenig-Fahrer aber auch beim Wenden rascher ab. Natürlich dürfen wir bei all den Nachteilen beim Fahren nicht vergessen, dass diese breiten Eier im Gegensatz zu zehn bis zwanzig Jahre alten Lernbrettern gut zu tragen und besser zu verstauen sind. Sechzig Zentimeter oder noch längere Windsurf-Bretter erinnern beim Transport eher an die Leiter von Stan und Olli.



Oldies

In dem folgenden Diagramm wird die enorme Länge der beiden Oldies F2 Comet und Alpha im Verhältnis zum Volumen ersichtlich. Auch das Verhältnis Länge zur Breite schnellt infolge der ca. 15 cm geringeren Breite im Vergleich zu der Breite der modernen Bretter hoch, dies bei nahezu derselben Länge. Bei den nicht aufgeführten Oldies mit einer Länge von über 350 cm wandern der gelbe und lila Balken möglicherweise noch höher, was wie bei diesen Beispielen für ein schönes Fahrgefühl bei Wind, aber auch für kippelige erste Fahrversuche spricht.




Anfänger hatten damals ihre Mühe während der ersten Versuche im Gegensatz zu den ersten Tagen auf den besprochenen Lerneiern. Aus diesem Grunde sollten wir von der günstigen Gelegenheit absehen, einen schmalen Oldie unter 70 cm Breite für den ersten Tag zum Lernen zu erwerben. Desöfteren liegen sie sogar an der Straße. Das Lernen sowie der archaische Segelaufbau, Trimm, Mastfußprobleme, etc. lassen den Einstieg zeitlich verzwanzigfachen und die Größe des Frustfaktors wahrscheinlich nicht mehr messbar in das Unendliche ansteigen. Es mutet wie ein Skifahrer an, der ohne Anleitung "mal eben" das Snowboarden probiert und hierauf grün und blau nach Hause humpelt.
Wer jedoch schon fahren und wenden vermag und im Stehrevier vielleicht schon den Beachstart beherrscht, kann mit diesen langen und schmalen Brettern unter Umständen mehr Spaß als mit den modernen Eiern und sogar modernen Brettern für Fortgeschrittene genießen. Sie schneiden sich infolge der geringen Breite und enormen Länge bei so gut wie jedem Wind wie ein langes, heißes Messer durch Vanilleeis. Freunde dieser Oldies und Wettkampfsportler setzen dann noch bei Mistral-Boards wie Malibu, Evolution, Competition, Equipe, One Design, etc. eine breite M8-Mutter in die Nut und passen auf diese Weise moderne Segel an das Brett. F2 Fun&Function, ca. 360 cm lang, nimmt gut an Fahrt auf und fährt sicher in den Hafen zurück, Mistral Malibu, ab 320 cm und ab 170 Liter, rutscht nett bei Windstärke 4 und das gute alte Fanatic Cat macht als Raceboard bei jeder Windstärke Spaß (ca. 250 l, 3,80 m, 13 kg).
Alle schmalen Longies setzen jeden zusätzlichen Druck im Segel sofort in Geschwindigkeit um und bugsieren uns auch bei nachlassendem Wind nach Hause. Aus diesen Gründen wird diese Bauart (mit nur 13-15 kg seit 1990) auch heute noch als teures Raceboard von nahezu allen Firmen angeboten: Exocet Pacer, Starboard Phantom, Exocet Kona One, RRD Longrider, Bic Techno 293 (etwas breiter), Mistral One Design, Tabou Windstyler, etc. .
Diese schöne Art des Fahrens, schnelles losgleiten bei reltiv wenig Wind, setzt eine Breite von unter 71 cm voraus, alles andere darüber verdrängt eher Wasser und schiesst erst los, wenn der Druck im Segel ordentlich zunimmt.






Ergebnis wellenfreie Tage


Die Phasen, in denen der Wind aus der falschen Richtung weht oder etwas schwächlich daher kommt, können uns Wellenreitern stark zusetzen. Wir sollten diese Zeit nutzen, indem wir bei etwas Wind ein Windsurfset, bestehend aus Brett, zwei Segeln, etwas Material und Ersatzmaterial, aus dem Keller ziehen und uns auf das Wasser wagen. Eine Stunde inklusive Zähne putzen und Kaffee trinken sollte für einen Tag Wassersport nicht viel Vorbereitung sein. Das Dümpeln bis Gleiten auf größeren Seen in der Nähe macht übrigens ebenso Spaß wie der Sport auf Ost- und Nordsee.

- Jedem wassersportliebenden Nichtwindsurfer muss davon abgeraten werden, einen Oldie unter 70 cm Breite zu erwerben, selbst wenn er dafür Geld erhält. Als SUP sind sie auch nicht zu gebrauchen, auch wenn die Verkäufer es angeben. Die antiquierten Segel sind zudem nicht in wenigen Sekunden aufzubauen. Was bleibt sind breite Leihbretter, etwas breite Alleskönner und Lerneier für die ersten Tage.







- Wackelige Fahrer, die nach Absolvierung eines kleinen Kurses die ersten Schritte zum Losfahren kennen, entscheiden sich zwischen
- schwer tragen und sicher segeln mit Raceboards, Lernschiffen und langen Oldies über 3,39 m,
- etwas tragen und gut fahren mit Exocet Nano, Bic Techno, Bic Core, Mistral Supervision und ähnlichen Boards und
- weniger Gewicht tragen, besser verstauen und viel bremsen bei mittlerem bis kaum Wind mit dicken kurzen Lerneiern.

- Die Fortgeschrittenen auf dem Segelbrett haben dagegen die freie Wahl, dick, dünn, lang, kurz oder SUP. Dies schließt auch die schmalen Oldies zwischen 160-250 Liter ein. Stehreviernutzer dürfen die Gruppe der Lernbretter überspringen und gehen gleich in Richtung Aufbaubretter (130 bis 160 Liter), dürfen damit jedoch niemals ihre Badewanne verlassen.



Oder anders herum:

Die übergroßen modernen Lern-Bretter mit über 220 Liter Volumen fallen als nicht transportfähige Monster aus der Kaufwahl heraus. Wir erfreuen uns an ihnen zum Lernen oder zum chilligen Gleiten bei wenig Wind als Leihbretter unter den Füßen wie das Naish 250XR oder das Exocet Cruiser. Die Konstrukteure vermissen vielleicht Einnahmen aus dem privaten Bereich, vielleicht haben sie von vornherein nur mit Käufen durch Regattafahrer und Surfschulen gerechnet. Schwere Surfer mit hohem Sicherheitsanspruch zeigen sich mit diesen Brettern glücklich. Schulen finden sich unter Schulen.

Mit den etwas kürzeren und leichteren Allroundern und Etwas-Heizern in unterschiedlichen Größen gelangen wir zu wesentlich mehr Spaß, da sie mehrere Schwerpunkte bieten. Sie deuten bei entsprechender Länge und Volumenverteilung in Richtung Fliegen für echte Shred-Betties und echte Kerle oder decken mannigfaltige Interessen ab, wie bei wenig bis ordentlich Wind fahren und Wellen spielerisch angleiten.






Die Windsurf-Stand-Up-Paddle-Boards müssen als sehr spezielle Bretter ausgewiesen werden. Die leichteren und empfindlichen Bretter eignen sich zum Paddeln, Windsurfen und Wellenreiten, von allem ein wenig und nichts richtig im Vergleich zu Kanus, Windsurfern oder Wellenreitern. Beim Anreiten von kleinen Buckeln, die sich auch zu etwas größerem weiter entwickeln dürfen, haben sie dafür die Nase vorn. Spots zum Windsurfen finden sich unter Spots, zum Wellenreiten unter Spots. Ein aufblasbares Windsurfbrett beziehungsweise aufblasbares SUP dieser Gruppe für kleine Spaßtage ohne Dachgepäckträger kann hier bestaunt werden: Kurzfilm .

Die Gruppe der großen Lerneier bietet Bretter ausschließlich für Lernende, in bestimmten Abmessungen oder in geringeren Größen für werdende Fortgeschrittene, die das Fliegen und Gleiten mit nahezu perfekten Wendemanövern anstreben. Interessierte sollten vor dem Kauf ihr Körpergewicht auf das Brettvolumen abstimmen und bei Bremsfahrten während der Windlochfenster nicht verärgert sein, diese Bretter kennen nur Bremsen oder Heizen, nichts dazwischen, was zudem die Segelwahl erschwert. Da setzt schon einmal ein Anfänger mit einem Monster, Schiff, Alleskönner oder Uralt-Brett erfolgreich zum Überholvorgang an. So fragte 2014 ein bremsender Lern-Ei-Fahrer mit einem Naish 180 Liter, warum denn der Nachbar mit einem alten Mistral-Board von 1995 bei derselben Segelgröße und Liter-Zahl "so schnell gleitet", er meint natürlich abhebt.

Die leichteren Oldies ab 1994 zwischen 170 und 250 Liter und zwischen 3,20 und 3,80 Meter Länge sind bei Leichtwind echte Könner, explodieren linear bei mehr Wind, fordern jedoch auch etwas Können, denn die fehlenden zehn bis siebzehn Zentimeter Breite lassen keine drei Sekunden ein Stehen ohne Fahrt zu. Stehrevierfahrer schnellen dagegen schnell los. Mit etwas Geduld sind die Oldies für wenig Geld an jeder Ecke zu finden: Mistral Malibu, Mistral Equipe, Mistral Competition, Aquata 370, Aquata 355, Klepper S304, Klepper S305, Klepper S306 bzw. Klepper 370 360 340, Fanatic Cat, Fanatic Megacat, Fanatic Ultracat, Fanatic Funrace Viper 340, F2 Fun & Function, etc. .


Natürlich besteht noch die Möglichkeit, ein Brett zu leihen und Segel mitzubringen oder das gesamte Material mieten. Dann muss an der Verleihstelle der Wind stimmen, beispielsweise von der Seite oder schräg seitlich vom Meer kommend. Wer fahren kann oder Segel in der Hand hält, wird nicht nach einem Surf-Ausweis gefragt.






Und Segel ?


Anfänger sind mit einem 4er und 5er, kleine Könner mit 5er und 6er, eventuell noch 7er Profilsegel ohne Camber gut beraten, alles in Quadratmeter gemessen. 4er und 5er sowie 5er und 6er lassen sich zumeist mit demselben Mast und Baum aufbauen, hierauf sollten wir beim Kauf Obacht geben, wir wollten schließlich unter einer Stunde Vorbereitung nach dem Aufstehen bleiben. Ältere Segel für 20 Euro machen ebenso noch ihren Dienst, verlangen dafür jedoch eine Menge Aufbauzeit. In diesem Punkt ist das neue Material unschlagbar.
Das eigene Material wird beim Gebrauch eines Trapezes wichtig, um stets dieselben Maße einzuhalten. Wer zudem den Abstand Baum zum Mastfuß misst, baut rascher auf.




Dailydose und Kleinanzeigen eines Auktionshauses bieten viel Material an, die Verkäufer haben oft noch mehr für uns übrig. Trapezgurte, die wir anfangs trocken auf dem Festland testen, werden durch den Kitesport ebenso an jeder Ecke des weltweiten Webs angeboten.









Nette Fahrt ...











copyright Marc Hackelbörger 2012



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